Histaminintoleranz Bluttest für unbedenklichen Genuss

Geschrieben von Redaktion

03.15.2022

Achtung, Histamin

Wenn Dir Käse, Fisch, Rotwein und Co unangenehme Nebenwirkungen wie Hautjucken, Magen-Darm- oder Kopfschmerzen verursachen, kann eine Histaminunverträglichkeit Grund dafür sein. Mit einem Histaminintoleranz-Bluttest für zu Hause bist Du schnell im Bild und kriegst Dein Wohlbefinden zurück.

Hier erzähle ich Dir die wichtigsten Fakten über Histamin und seine Auswirkungen bei Unverträglichkeit. Außerdem informiere ich Dich, wo sich Histamin überall versteckt, wann sich ein Bluttest auf Histaminintoleranz lohnt und wie Du mit einer Unverträglichkeit umgehst. 

Histamin: Freund und Feind

Histamin ist allgegenwärtig. Im Auftrag unseres Immunsystems hat das biogene Amin wichtige Aufgaben in der Feindabwehr: Um mehr Abwehrzellen heranzuholen, erweitert es die Blutgefäße und weist den Körper durch einen Juckreiz auf die bestehende Gefahr hin. Zudem ist es ein wichtiger Botenstoff und neben Entzündungen und allergischen Reaktionen beispielsweise auch am Schlaf-wach-Rhythmus beteiligt.

Bei Gesunden macht Histamin überhaupt keine Probleme. Es wird aus der Aminosäure Histidin gebildet und in Mastzellen sowie Basophilen gespeichert. Dieses sowie über Lebensmittel aufgenommenes Histamin wird in Darm und Leber mithilfe der Enzyme Diaminoxidase (DAO) und Histamin-N-Methyltransferse (HNMT) abgebaut. Ist dieser Abbauprozess gestört, kommt es zu allergieähnlichen Beschwerden (Quelle: www.awmf.org).

Doch aufgepasst: Obwohl eine Histaminintoleranz an eine allergische Reaktion erinnert, ist sie keine Allergie, sondern eine sogenannte Pseudoallergie. 

Ursachen für eine Histaminintoleranz

Derzeit sind sich die Wissenschaftler noch uneinig, wie eine Histaminintoleranz entsteht. Es wird vermutet, dass Betroffenen zu wenig DAO im Dünndarm besitzen oder ihre Funktion eingeschränkt ist. 

Als gesichert gilt hingegen, dass eine übermäßige Histaminanhäufung in Deinem Körper dafür verantwortlich ist. Und zu dieser kommt es aufgrund folgender Gründe:

1) Aufnahme stark histaminhaltiger Lebensmittel
2) Aufnahmen von Stoffen, die die Histaminfreisetzung fördern (Histaminliberatoren)
3) Aufnahme von Stoffen, die das Abbauenzym DAO hemmen
4) Akute oder chronische Magen-Darm-Entzündungen

Histamin ist neben anderen biogenen Aminen in fast allen Lebensmitteln enthalten. Besondere Histaminbomben sind lang gereifte Lebensmittel; das heißt je frischer, desto besser verträglich sind Lebensmittel. Zudem setzen manche Lebensmittel und Medikamente Histamin frei oder sind DAO-Hemmer. In der folgenden Grafik gebe ich Dir eine Übersicht (Quellen: https://dasgastroenterologieportal.de, www.histaminintoleranz.ch):

Dabei können Lebensmittel sowohl histaminhaltig als auch -freisetzend (z. B. Tomaten) sein. Zudem variiert der Histamingehalt auch innerhalb eines Lebensmittels, je nachdem, wie lange es gereift ist oder gelagert wurde. 

Achtung, Co-Faktor: Alkohol zusammen mit anderen histaminhaltigen Lebensmitteln ist doppelt fatal. Er erhöht nämlich die Zellwanddurchlässigkeit und damit die Histamin-Toleranzgrenze. Daher sorgen beispielsweise Käse und Rotwein mitunter für besonders heftige Reaktionen.

Histaminintoleranz Symptome: von Flushes und Quaddeln

Histaminintoleranz ist gar nicht so selten. Etwa 1–3 % der europäischen Bevölkerung sind davon betroffen. Interessant ist, dass rund 80 % der erkrankten Personen Frauen sind, von denen die meisten älter als 40 Jahre sind (Quelle: www.aerzteblatt.de).

Wie kommt es also zu den Symptomen? Durch den unzureichenden Histaminabbau kommt es zur Anhäufung von Histamin, das Dir dann Probleme macht. Wie viel Histamin man verträgt, ist übrigens individuell verschieden. Aber je mehr Du es ausreizt, umso stärker sind die Symptome.

Das sind die häufigsten Symptome:

  • Hautreaktionen (Juckreiz, Gesichtsrötungen „Flush“, Nesselausschlag)
  • Schwellungen
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Verstopfte/laufende Nase
  • Magen-Darm-Beschwerden (Blähungen, Durchfall etc.)
  • Herzrhythmusstörungen/Herzrasen
  • Niedriger Blutdruck
  • Atembeschwerden (Husten, Asthma)

Diese Beschwerden treten meist innerhalb von 2 Stunden nach dem Konsum von histaminreichen Lebensmitteln auf und können schon den halben Tag lag dauern. Dadurch ist Deine Lebensqualität massiv beeinträchtigt. 

Außerdem kann es auch zu Mangelerscheinungen kommen, wenn Du viele Lebensmittel gar nicht mehr isst. Um das zu verhindern, lohnt es sich, einen Histaminintoleranz-Bluttest durchzuführen. 

Der richtige Zeitpunkt für einen Bluttest auf Histaminintoleranz

Wenn Dir nach ein paar Scheiben gut gereiftem Käse, zartem Parmaschinken und einem Glas Rotwein plötzlich rote Flecken im Gesicht glühen, der Körper juckt oder Dein Herz rast, kann das ein Zeichen für eine Histaminintoleranz sein.

Um Dein körperliches Wohlbefinden wieder herzustellen, schnappst Du Dir einen der folgenden Histaminintoleranz-Bluttests für den Home-Gebrauch:

Legende: DAO = Diaminoxidase, zzgl. = zuzüglich

Außerdem wird eine Histaminintoleranz oft in Kombinationen ausgetestet wie zum Beispiel beim Detektiv für Allergien und Unverträglichkeiten von peek & tweak oder beim Skin-Care Hautwunder und Kombi-Paket Kopfschmerzen von cerascreen®. Die meisten Anbieter messen übrigens den Blutspiegel des Enzyms DAO, das für einen normalen Histaminabbau nötig ist. Ist er zu niedrig, leidest Du höchstwahrscheinlich an einer Histaminintoleranz.

Übrigens: Allergiker sind doppelt arm dran. Wenn sich die Pollen von Birke, Gräser und Co tummeln ist man als Allergiker schon histamingeladen und verträgt zusätzliches Histamin gaaanz schlecht. In der Pollensaison ist daher mit histaminhaltigen Lebensmitteln gar nicht zu spaßen.

Histaminintoleranz-Bluttest positiv, was nun?

Dein Histaminintoleranz-Bluttest war positiv? Nicht verzweifeln. Erst mal ist es gut, dass Du weißt, was Dir Probleme macht. Ab jetzt kannst Du Deine Symptome besser kontrollieren. 

Auch wenn eine Histaminintoleranz Verzicht bedeutet, gibt es Medikamente, die Dein Wohlbefinden verbessern, wenn Du mal Deine Diät nicht einhalten kannst. Neben Antihistaminika, die bestimmte Beschwerden lindern, sind vor allem Tabletten mit tierischer DAO vielversprechend. Diese nimmst Du vor Deiner Mahlzeit ein.

Hier meine Tipps bei Histaminintoleranz für Dich:

Ernährungscheck: Verzichte auf stark histaminhaltige Lebensmittel wie Fisch, Käse, Alkohol und insbesondere auf die Kombination mit Alkohol.

Stressrelease: Weg mit dem Stress! Große Angst, Schmerzen oder Stress führen zur Histaminfreisetzung.

Frischekick: Je frischer die Lebensmittel, desto bekömmlicher sind sie für Dich.

Vitamin C: Das wasserlösliche Vitamin C hilft beim Histaminabbau. Vorsicht: ausgenommen Zitrusfrüchte!

Medikamentencheck: Viele Schmerzmittel, Antibiotika etc. hemmen die DAO. Bitte Deinen Arzt, Dir verträgliche Alternativen zu rezeptieren.

Apps: Coole Apps fürs Smartphone helfen Dir beim histaminfreien Einkauf, Essengehen und im Urlaub.

Fazit

Histamin ist in vielen Lebensmitteln und Medikamenten – und normalerweise ist sein Abbau auch kein Problem. Leidest Du aber an einer Unverträglichkeit machen Dir Käse, Tomaten, Alkohol und Co richtig Kopfschmerzen und Hautreaktionen. Durch diese meist unspezifischen Symptome kommt man meist oft sehr spät hinter sein Leiden.

Bluttests auf Histaminintoleranz bringen schnell Gewissheit. Mit nur einem kleinen Stich testet Du Deine Histaminverträglichkeit schnell und komfortabel von zu Hause aus. Ergibt Dein Bluttest eine Histaminintoleranz helfen Dir Ernährungsratgeber, Apps sowie Medikamente dabei, Deine Lebensqualität schnell wieder herzustellen. 

FAQs

Wie lange dauert die Reaktion auf Histamin bei einer Histamin-Unverträglichkeit?

Meist beginnen die ersten Symptome nach einer Stunde, mit Alkohol oft auch sofort. Selten, aber doch hat man am nächsten Tag noch Kopfschmerzen. Im Schnitt dauert es 24 Stunden, bis das Histamin abgebaut ist.

Welche Nahrungsmittel enthalten besonders viel Histamin?

Geräucherter/eingelegter Fisch, geräucherte Fleischwaren, reife Käsesorten und Sauerkraut sind besonders histaminreich, aber auch Tomaten und Champignons und viele Fertigprodukte. Als Faustregel gilt: Je reifer und weniger frisch, desto mehr Histamin.

Welche Substanzen reduzieren Histamin im Körper?

Vor allem Vitamin C und Vitamin B6 haben deutlich senkende Effekte auf den Histaminspiegel und Symptome. Außerdem reduzieren einige Antihistaminika die Symptome. Unterstützend wirken auch Medikamente mit tierischer DAO.

Welchen Alkohol darf ich mit einer Histaminintoleranz genießen?

Wenig Histamin haben spezielle histaminarme Weinsorten, untergärige Biere, Märzen sowie klare Spirituosen wie Gin, heller Rum, Korn und Wodka. In Verbindung mit histaminarmen Obstsäften (Mango-, Apfel-, Pfirsichsaft) ist auch der eine oder andere Cocktail erlaubt.

Das könnte dir auch gefallen…

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.