Bluttest Alkohol und Drogen: Spuren vom letzten Fest

Bluttest Alkohol und Drogen

Geschrieben von Redaktion

01.16.2022

It´s Party Time

Manchmal gibt’s beim geselligen Beisammensein mehr als nur ein Gläschen Alkohol; andere Drogen sind ebenso beliebte Stimmungsmacher. Doch auch wenn Du Dich längst wieder nüchtern fühlst, bist Du es mitunter noch nicht und auch eine Kontrolle kann Probleme machen. Mit einem Bluttest auf Alkohol und Drogen sind manche Substanzen nämlich länger nachweisbar, als Du vielleicht denkst.

In diesem Blog erfährst Du, warum Alkohol und Drogen gefährlich sind, welche legalen und illegalen Substanzen Spuren in Deinem Blut hinterlassen und wann ein Bluttest auf Alkohol und Drogen sinnvoll ist.

Alkohol und Drogen: gefährliche Stimmungsmacher

Freizeit ist Feierzeit – da dürfen die einen oder anderen Stimmungsmacher oft nicht fehlen. Dann kann es schon passieren, dass man ein oder zwei Feuerwässerchen mehr trinkt als nötig oder sogar illegale Drogen ausprobiert.

Doch Achtung: Aus einem gelegentlichen Freizeitchillout wird schnell eine gefährliche Abhängigkeit. So hat jeder dritte Deutsche schon einmal illegale Drogen konsumiert, mehr als 300.000 sind sogar drogenabhängig (Quelle: www.aerzteblatt.de).

Überdosierungen sowie Kombinationen verschiedener Substanzen gehen oft tödlich aus, die Tendenz ist steigend (Quelle: www.dhs.de).

Die folgende Grafik zeigt Dir, wie viele Deutsche (%) drogenabhängig sind (Quelle: www.stiftung-gesundheitswissen.de).

Statistik Drogen und Alkohol

Mit Drogen ist also nicht zu spaßen und eine Abhängigkeit beeinflusst Dein Leben immens; – manchmal sogar für immer. Zudem gefährdest Du unter Drogeneinfluss auch andere, weshalb Du bei einer positiven behördlichen Überprüfung am Steuer einiges zu berappen hast.

 

Alkohol und Drogen am Steuer: Das kostet der gefährliche Spaß

Für Deutschlands Straßenverkehr gilt eine Alkoholobergrenze von 0,5 ‰. Personen unter 21 Jahren sowie Fahranfänger müssen absolut nüchtern sein, um sich ans Steuer zu setzen. Zeigt ein Atem- oder Bluttest auf Alkohol mehr an, bist Du beim ersten Mal um mindestens 500 Euro leichter. Zudem gibst Du für mindestens einen Monat Deinen Führerschein ab und bekommst zwei Punkte.

Wiederholungstäter werden noch strenger bestraft. Und gefährdest Du außerdem andere, bist Du das begehrte Fahrdokument mitunter gleich ganz los und kassierst empfindliche andere Strafen (Quelle: www.bussgeldkatalog.org). 

Bei Drogenkonsum sieht es nicht viel anders aus. Je nach Häufigkeit des Vorfalls und der Gefährdung von anderen wirst Du zur Kasse gebeten. Und Punkte in Flensburg sammelst Du auch. Bei härteren Drogen gilt im Gegensatz zum Alkohol die Null-Toleranz-Regelung. Einen Schwellenwert gibt es nur beim Cannabiskonsum (max. 1 ng THC/ml Blutserum).

 

Tatort Blutbild: Diese Stoffe können im Blut gemessen werden

Weil so ziemlich alles, was Spaß macht, auch direkt ins Blut geht, sind die Substanzen dort auch nachweisbar. Zumindest für einige Zeit; – denn der Körper versucht natürlich alles, um die schädigenden Stoffe so schnell wie möglich loszuwerden.

 

1. Alkohol

Alkohol ist wie Tabak eine klassische legale Droge in Europa. Die gesellschaftliche Toleranz ist gerade bei natürlichen Alkoholprodukten (Wein, Bier) sehr hoch und macht die Sache zusätzlich gefährlich, da viele so noch viel leichter in eine Abhängigkeit schlittern.

Über Schleimhäute in Mund, Magen und Darm gelangt Alkohol bzw. Ethanol direkt ins Blut und ins Gehirn, wo er schnell wirkt: Das Blickfeld wird eng („Tunnelblick“), die Reaktionsfähigkeit lässt nach und man verliert einige Hemmungen. Schon 0,3 l Bier, 0,2 l Wein oder ein Schnaps reichen für einen leichten Schwips bzw. für 0,2 Promille. Nach 45–75 Minuten ist die maximale Blutalkoholkonzentration erreicht.

Wichtig: Obwohl Alkoholkonsum oft bagatellisiert wird, ist er äußerst gefährlich. Deutschland zählt mit stolzen 10,7 Litern Alkohol pro Kopf (Jahreskonsum) zu den stärksten Trinkernationen. Neben alkoholbedingten Erkrankungen schadet Alkoholmissbrauch auch Dritten: Viele Neugeborene leiden an den Folgen des Alkoholkonsums und fast die Hälfte aller Verkehrsunfälle sind darauf zurückzuführen (Quelle: www.aerzteblatt.de). 

 

2. Drogen

Im Allgemeinen sind Drogen illegale Rausch- und Betäubungsmittel, die die Psyche beeinflussen und Wahrnehmung und Fühlen verändern. Doch auch andere Substanzen wie verschreibungspflichtige Betäubungsmittel und Medikamente fallen darunter.

Das sind die wichtigsten Substanzgruppen:

  • Schlaf- und Beruhigungsmittel: Benzodiazepine (Diazepam**, Alprazolam**, Oxazepam**), Barbiturate
  • Opiate: Morphin*, Heroin, Methadon, Buprenorphin, Tramadol*, Fentanyl*, Codein*
  • Cannabis
  • Amphetamine: Amphetamin, Methamphetamin, Ecstasy [MDMA und verwandte Substanzen]
  • Kokain
  • Halluzinogene: Lysergsäurediethylamid (LSD), Psilocybin, Ketamin*
  • Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB, Liquid Ecstasy)

* Medikamente gegen Schmerzen, Betäubungsmittel
** Psychopharmaka


Schlaf- und Beruhigungsmittel

Diese leichteren (Tranquilizer und Benzodiazepine wie z. B. Valium) und schwereren Medikamente (Barbiturate etc.) werden gegen Angstzustände und Schlaflosigkeit eingesetzt und sind oft am Schwarzmarkt erhältlich. Am häufigsten verschrieben werden die angstlösend, aggressionsdämpfend und einschläfernd wirkenden Benzodiazepine. Achtung: Längerer Gebrauch macht körperlich abhängig!

Opiate/Schmerzmittel

Hier unterscheidet man synthetische (Fentanyl, Methadon), halbsynthetische (Heroin) und natürliche Stoffe (Codein, Morphin) aus dem Schlafmohn. Heroin wird meist verdampft und eingeatmet, wie Kokain geschnupft oder gelöst injiziert („gefixt“). Medikamente werden in großzügigen Dosen geschluckt, um die berauschende Wirkung herzustellen. Opiate haben je nach Körperverfassung ein vielseitiges Wirkungsspektrum.

Cannabis

Cannabis oder Cannabisharz (Marihuana bzw. Haschisch, Weed, Gras oder Pot) zählt zusammen mit Tabak und Alkohol zu den meistkonsumierten Drogen weltweit (Quelle: www.emcdda.eu).

Die wichtigsten Wirkstoffe der Cannabispflanze sind das psychoaktive THC (Tetrahydrocannabiol, Hauptwirkstoff) und das entspannende Cannabidiol (CBD).

Cannabis wird entweder als

  • Joint (mit Tabak vermischt),
  • Bong/Shisha,
  • Vaporizer oder als
  • Lebensmittel/Getränk

Obwohl Du mit allen Methoden in einen berauschten Zustand kommst, gibt es gesundheitliche Unterschiede. Während Du beim Joint aufgrund der Verbrennung die meisten krebserregenden Stoffe inhalierst, sind diese bei Bongs bzw. Shishas deutlich reduziert, da weniger Tabak nötig ist und das Wasser Schadstoffe teilweise filtert. Hier kann allerdings aufgrund des höheren THC-Gehaltes schneller eine Überdosierung auftreten.

Seit Jahren hip und überall zu sehen sind Vaporizer. Beim Vapen bringst Du die Cannabis-Inhaltsstoffe zum Verdampfen und inhalierst sie (Quelle: www.vaporizer.shopping.com). Obwohl Du auch hier ungesunde Substanzen inhalierst (Reinheit ist wichtig!) und Vapen ungesünder als Nichtrauchen ist, kriegst Du beim Vapen mehr Inhaltsstoffe und bekommst weniger Verbrennungsschadstoffe ab (Quelle: harmredutionjournal.biomedcentral.com).

  • § Das sagt das Gesetz: In Deutschland sind Anbau, Erwerb, Besitz und Handel von Cannabis illegal (Quelle: www.cannabispraevention.de). Seit kurzem wird eine Legalisierung diskutiert, die Erwachsenen einen kontrollierten, strafverfolgungsfreien Cannabiszugang ermöglichen soll. Die Ärzteschaft steht der Legalisierung kritisch gegenüber (Quelle: www.aerzteblatt.de).

Amphetamine

Diese stimulierende synthetische Droge (Pep, Speed) ist meist eine Mischung aus verschiedenen psychoaktiven Wirkstoffen (Methamphetamin, Ephedrin, Schmerzmittel etc.) mit nichtaktiven Volumenstoffen (Glucose, Lactose). Der Reinheitsgehalt schwankt zwischen 10 und 80 %, weshalb ihr Konsum immer riskant ist.

Kokain

Kokainhydrochlorid wird aus den Blättern des Kokastrauches gewonnen. Es wird intravenös gespritzt (schnelle Wirkung; schneller Abbau), geraucht (kurzer Rausch), am häufigsten wird es aber gesnieft. So wirkt es nach ein paar Minuten und hält für 20 bis 60 Minuten an. Da es stark aufputschend wirkt und die körperliche Leistungsfähigkeit steigert, macht es bei häufigerem Konsum vor allem psychisch abhängig.

Halluzinogene

Halluzinogene sind psychoaktive Substanzen, die Sinnestäuschungen und massive psychische Veränderungen auslösen. Man unterscheidet Stoffe erster Ordnung (natürlich vorkommende Substanzen wie LSD, Pilzgifte wie Psilocybin und Psilocin bzw. Meskalin aus Kakteen) sowie Stoffe zweiter Ordnung wie das Narkosemittel Ketamin. Schon ein einmaliger Konsum der meist oral eingenommenen Substanzen kann zu Psychosen sowie zu psychischer Abhängigkeit führen.

Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB)

Immer bedeutender als illegale Droge wird GHB. Obwohl ihr Name „Liquid Ecstasy“ an das bekannte Amphetamin erinnert, ist sie wirkungstechnisch eher den Benzodiazepinen oder Alkohol zuzuordnen. Die auch in K-.o.-Tropfen enthaltende Substanz verursacht in höheren Dosen schwere Vergiftungen bis hin zu komaähnlichen Zuständen. Gegenmittel gibt es keines (Quelle: www.aerzteblatt.de).

 

Wie lange weist man mit Bluttests Alkohol und Drogen nach?

Obwohl alle Substanzen ins Blut gelangen, sind sie häufig nicht lange darin nachweisbar. THC ist beispielsweise nur 4-–6 Stunden im Blut nachweisbar, da es sehr schnell zu THC-Carbonsäure und andere stabilere Metaboliten abgebaut. Diese sind hingegen ist noch Wochen später zu finden (Quelle: www.rgra.de). 

Auch wenn Du Dich wieder nüchtern fühlst, kann Dein Alkoholgehalt im Blut noch zu hoch sein. Dieser ist im Blut ca. 12 Stunden lang nachweisbar, im Urin 48 Stunden. Kokain ist in seiner Wirkform nur wenige Stunden im Blut detektierbar, während seine Abbauprodukte bis zu 3 Tage nach Genuss aufzufinden sind. LSD und Methamphetamin (Crystal Meth) sind 12–24 Stunden im Blut und bis zu drei Tage im Urin nachweisbar.

Außerdem beeinflussen folgende Faktoren die Nachweisbarkeit:

  • Menge
  • Konsumhäufigkeit
  • Zeit zum letzten Konsum
  • Allgemeine körperliche Verfassung
  • Testverfahren

 

Bluttest auf Alkohol und Drogen selbst durchführen – was macht Sinn?

Wie bereits erwähnt, ist mit einem Bluttest Alkohol nur wenige Stunden nachweisbar. Viel schneller wird der Alkoholgehalt im Blut mittels Atemlufttest überprüft, den auch Behörden in erster Instanz verwenden. Für Drogen aller Art gibt es Urin-Schnelltests, die einzelne Substanzen oder auch gleich eine ganze Palette an verbotenen Stoffen schnell und zuverlässig detektieren.

Um Deine Fahrtüchtigkeit zu Hause selbst zu überprüfen, ist ein Bluttest auf Alkohol oder Drogen weniger geeignet, da Du einige Tage auf das Laborergebnis warten musst.

Möchtest Du aber aus einem anderen Grund Dein Blut oder auch das Deines Kindes selbst auf Substanzen überprüfen, die in den letzten 48 Stunden willentlich oder nicht willentlich konsumiert wurden, ist dies mit dem Drogen Test von cerascreen® möglich. Dieser detektiert insgesamt 31 verschiedene Substanzen aus 27 unterschiedlichen Drogen, Betäubungsmitteln und Medikamenten. Alternativ testet der cerascreen® Cannabis Test Deine Blutprobe auf Spuren von THC.

 

Fazit

Alkohol- und Drogenkonsum sind in Deutschland weit verbreitet. Nahezu jeder kommt einmal in Kontakt mit Alkohol, jeder Dritte sogar mit illegalen Drogen. Schnell kann aus dem Gelegenheitsspaß eine lebenslange, gefährliche Abhängigkeit werden; Du schadest Deinem Leben und gefährdest auch andere.  

Neben Atemtests für Alkohol und Urintests für Drogenmissbrauch geben auch Bluttests auf Alkohol und Drogen Aufschluss über Deinen Substanzkonsum. Nur durch ständige Kontrolle und Disziplin vermeidest Du gesundheitliche Schäden, hohe Bußgelder und Freiheitsstrafen.

FAQ

Wie lange kann man Alkohol per Bluttest nachweisen?

Alkohol ist schon ab einer geringen Dosis im Blut nachweisbar. Und das für bis zu 12 Stunden. Bei einem Vollrausch ist er sogar einige Tage lang im Blut nachweisbar.

Wie lange kann man Drogen im Blut nachweisen?

Das ist je nach Substanz unterschiedlich. Kokainkonsum ist bis 3 Tage danach im Blut detektierbar, LSD und Methamphetamine ca. 12–24 Stunden. THC selbst ist zwar nur 4–6 Stunden nachweisbar, seine Abbauprodukte jedoch wochenlang.

Wie hoch sind die Bußgelder für Alkohol am Steuer?

Überschreitest Du die Alkoholobergrenze von 0,5 Promille, sind bei einer Kontrolle 500 Euro Bußgeld fällig. Bei wiederholtem Fahren mit Alkohol drohen noch empfindlichere Strafen inklusive Scheinentzug.

Zählen Medikamente zu den Drogen?

Ja, etliche Medikamente wie opioidhaltige Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmittel sind aufgrund ihrer dämpfenden (Neben-)Wirkung und des Suchtpotenzials als Drogen einzustufen. Damit solltest Du nicht ans Steuer.

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